Veranstaltungen

Momentan finden keine Veranstaltungen statt

Virtueller 3D Rundgang Rathaus Teningen
Sie sind hier: Home / Aktuelles / Aktuelles - Archiv / Starkregen- und Hochwassergefahrenkarten

Starkregen- und Hochwassergefahrenkarten

Lokale Überflutungen durch Starkregenereignisse und Schutz vor Hochwassergefahren

Die Starkregengefahrenkarten und die Hochwassergefahrenkarten für das Gebiet der Gemeinde Teningen können unter folgender Adresse (URL) eingesehen werden:https://www.starkregengefahr.de/baden-wuerttemberg/teningen/Der Zugriff ist auch über die Homepage der Gemeinde Teningen verlinkt. https://www.teningen.de

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,
 
in Folge von extremen Wetterlagen haben Flutkatastrophen im Sommer 2021 in weiten Teilen West-Deutschlands extreme Schäden und menschliches Leid verursacht. Im Juni 2016 war auch die Gemeinde Teningen zuletzt von einem Starkregenereignis betroffen, welches nicht unerhebliche Sachschäden nach sich gezogen hatte. Es rückt immer stärker in das Bewusstsein, dass der Klimawandel kein reines Medienthema ist, sondern in der Realität ankommt. Die wahrscheinlich dadurch häufiger auftretenden Phänomene „Starkregen und Unwetterereignisse“, welche auch aktuelle Wetterdienste nie präzise für einen Ort vorhersagen können, stellen eine landesweite Herausforderung für die Kommunen, aber auch für die Hausbesitzer dar.

Die Gemeinde Teningen hat Ende 2018 die Durchführung einer Starkregenrisikomanagementplanung beauftragt. Auf der Grundlage des Leitfadens des Landes Baden-Württemberg wurde die Gefährdungslage des Gemeindegebietes bei starkregenbedingten Überflutungen untersucht, Starkregengefahren- und –risikokarten, sowie ein Handlungskonzept zur Gefahrenabwehr erstellt. Die Starkregengefahrenkarten ergänzen die bereits vorhandenen Hochwassergefahrenkarten, des Landes Baden-Württemberg.

Die Information von Bürgerinnen und Bürgern ist ein wichtiger Baustein im Umgang mit Starkregen- und Überflutungsgefahren. Durch Kenntnis der potentiellen Gefahrenstellen, der Überflutungsszenarien, der Rechte, Pflichten und technischen Möglichkeiten kann jeder Einzelnen Vorbereitungen treffen, um potentielle Schadensereignisse abzumildern.


Nur mit gemeinsamen Anstrengungen und Vorbereitungen kann es uns gelingen, zukünftigen Ereignissen vorzubeugen und Schäden so gering wie möglich zu halten.

Mit freundlichen Grüßen,
  
Heinz-Rudolf Hagenacker,
Bürgermeister

Ausgangslage:

Die Kanalnetze und Vorfluter sind bundesweit nicht dafür ausgelegt Niederschlagsmengen aus Extremereignisse schadlos abzuleiten. Sowohl technisch als auch volkswirtschaftlich betrachtet ist diesbezüglich keine Lösung absehbar. Einlaufbauwerke können durch angetriebenes Schwemmgut innerhalb kürzester Zeit verstopfen. Dies ist auch durch intensive Unterhaltungsarbeiten im Vorfeld nicht zu vermeiden, da das meiste Schwemmgut erst während des Starkregens zusammenkommt. Zwar unternehmen alle Kommunen Bemühungen, die vorhandenen technischen Bauwerke sukzessive zu ertüchtigen und punktuell zu verbessern aber ein 100% Schutz wird niemals möglich sein. Deshalb ist es wichtig auch private Vorsorgemaßnahmen zu treffen, um die Schäden gering zu halten. Diese Schnittstelle hat auch der Gesetzgeber erkannt:

„Jede Person, die durch Hochwasser betroffen sein kann, ist im Rahmen des ihr Möglichen und Zumutbaren verpflichtet, geeignete Vorsorgemaßnahmen zum Schutz vor nachteiligen Hochwasserfolgen und zur Schadensminderung zu treffen, insbesondere die Nutzung von Grundstücken den möglichen nachteiligen Folgen für Mensch, Umwelt oder Sachwerte durch Hochwasser anzupassen.“(§5 Abs. 2 Wasserhaushaltsgesetzt).

Mit der nachfolgenden Checkliste möchten wir eine Hilfestellung zur Vermeidung von Gefahren durch Starkregenereignisse geben:

Schutz vor Rückstau aus dem Kanal:

Jeder Niederschlag führt zum Anstieg des Wasserspiegels im Kanal. Bei starken Niederschlägen kann das Entwässerungssystem an seine Grenzen geraten. Ein Rückstau in die Kanal-Hausanschlüsse ist nicht ausgeschlossen. Nach der Entwässerungssatzung muss sich jeder Hauseigentümer selbst gegen solche Gefahren schützen. Ohne Schutzvorrichtung kann sich das Wasser über Bodenabläufe und Sanitäreinrichtungen bis in das Gebäude zurückstauen. Mit Hilfe einer Rückstausicherung oder anderen technischen Einrichtungen (z.B. Hebeanlagen über die Rückstauebene) kann dies relativ einfach verhindert werden.

Checkliste für eine Rückstausicherung:
Liegen einzelne Entwässerungsobjekte meines Wohnhauses/Gebäudes unterhalb der Rückstauebene (Bodenabläufe, Waschbecken, Toiletten, Waschmaschinen, etc.)?
Sind Entwässerungsobjekte, die unterhalb der Rückstauebene liegen, gegen einen Rückstau gesichert?
Sind die eingebauten Rückstauverschlüsse funktionsfähig und werden diese entsprechend den Herstellerangaben betrieben und gewartet?
Sind Reinigungsöffnungen und Schächte unterhalb der Rückstauebene vorhanden, und wenn ja: sind diese gesichert?
Gibt es problematische Entwässerungssituationen (z.B. Bodenablauf im Kellerabgang)?
Sind Rückstauverschlüsse in Hauptleitungen so eingebaut, dass ein Abließen des Niederschlagswassers von den Dachflächen nicht möglich ist?
Sind an die Grundleitungen eventuell Drainagen angeschlossen, die bei Rückstau ebenfalls mit eingestaut werden?
Existiert eine Toilettenanlage oder sind Waschmaschinen, Brennwertheizungen oder sonstige Sanitäreinrichtungen unterhalb der Rückstauebene angeschlossen, die über eine Hebeanlage entwässert werde müssen? Ist die Hebeanlage   funktionsfähig und wird diese regelmäßig gewartet?

Oberflächenwasser:

Nicht nur die Abwasseranlagen können bei Starkregen überlastet werden. Bäche, Gräben, Verkehrsanlagen und auch die Böden der land- und weinbauwirtschaftlich genutzten Grundstücke können ggf. die Wassermassen nicht mehr aufnehmen. In der Folge kommt es zu unkontrollierbaren Abflüssen mit Grundstücksüberflutungen.

Checkliste zur Überflutungssicherheit:
Ist mein Grundstück durch Oberflächenabfluss von der Straße, aus Nachbargrundstücken oder angrenzenden landwirtschaftlichen Grundstücken gefährdet?
Kann oberflächig abfließendes Wasser bis an mein Haus gelangen?
Besteht ein ebenerdiger Eingang oder eine ebenerdige Terrasse, so dass Wasser oberflächig ins Erdgeschoss eindringen kann?
Sind die Kellerlichtschächte wasserdicht und mit ausreichendem Sicherheitsbord zur Oberkante des angrenzenden Außengeländes gebaut?
Besteht bei Kellerfenstern ohne Lichtschächte ein ausreichender Abstand zur Oberkante der wasserführenden Außengeländeflächen?
Kann Wasser über einen außenliegenden Kellerabgang eintreten?
Haben Gehwege, Hofzufahrten, Stellplätze und Außengeländeflächen ein Gefälle zum Haus?
Wohin fließt das Oberflächenwasser ab?
Kann von der angrenzenden Straße Wasser in meine Garage fließen?
Habe ich für gefährdete Bereiche Vorsorge getroffen und Schutzmaterial, wie z.B. Sandsäcke oder Barrieren vorgehalten, um im Notfall kurzfristig reagieren zu können?
Sofern ich Gewässeranlieger bin. Habe ich sichergestellt, dass ich keine Ablagerung von schwimmfähigem Material (z.B. Brennholz) und von Gartenabfällen, etc. in Gewässernähe betreibe?

Kontrollieren Sie regelmäßig, ob die Hofabläufe und Regenrinnen rund ums Haus, sowie die Regenrinnen und Fallrohre frei von Verschmutzungen sind. Wenn Ihr Haus, Ihre Garage oder Stellplatz am Gewässer liegt und überflutet werden kann, lagern Sie wertvolle Gegenstände in Kellern und Garagen nicht auf dem Boden, sondern auf Regalen. Parken Sie bei Unwetterwarnungen Fahrzeuge und Gartengeräte nicht in der Nähe von Gewässern.

Hochwassergefahrenkarten und Starkregengefahrenkarten

A) Hochwassergefahrenkarten:
Im Zuge der Umsetzung der EU-Hochwasserrisikomanagementrichtlinie hat das Land Baden-Württemberg Hochwassergefahrenkarten erstellt. Landesweit wurden für ca. 12.500 km Gewässer (sog. HWGK-Gewässer) Hochwassergefahrenkarten erstellt. Die Karten zeigen Überflutungsflächen verschiedener statistischer Jährlichkeiten (HQ10, HQ50, HQ100, HQextrem). Da nur die sogenannten HWGK-Gewässer kartiert sind, also Gewässer mit einem Einzugsbereich größer 10 Quadratkilometer, sind Hochwasserereignisse, hervorgerufen durch lokalen Starkregen und Überlastungsszenarien von Nebenflüssen oder der örtlichen Kanalisation und Siedlungs-Außengebietszuflüsse nicht abgedeckt. Bitte informieren Sie sich, ob Ihre Gebäude/Liegenschaften im Bereich von HWGK-kartierten Überflutungsflächen liegen. Das Kartenmaterial kann im Internet über folgende Adresse (URL) eingesehen werden:
http://udo.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/pages/map/default/index.xhtml

B) Starkregengefahrenkarten:
Im Auftrag der Gemeinde Teningen wurden Starkregengefahrenkarten erstellt. Unter Starkregenabfluss wird das insbesondere bei kurzen sommerlichen Starkregen abfließende Wasser verstanden. Aufgrund der hohen Niederschlagsintensitäten nutzt das Wasser dabei Wege, Straßen und Geländeeinschnitte als oberirdische Abflusswege und lässt sogenannte Sturzfluten entstehen. Die Erstellung der Starkregengefahrenkarten erfolgte auf Basis des digitalen Geländemodells des Landes Baden-Württemberg. Das Bearbeitungsgebiet umfasste alle Teileinzugsgebiete die in eine der Ortslagen der Gemeinde Teningen entwässern. Auf Grundlage von hydrologischen Eingangsdaten wurden rechnerische Simulationen und Modellierungen durchgeführt. Die Ergebnisse wurden plausibilisiert. In den Starkregengefahrenkarten sind die Szenarien „selten (SEL)“, „außergewöhnlich (AUS) und „extrem (EXT)“ dargestellt. Folgende Planwerke wurden erarbeitet:

(1) Überflutungsausdehnungskarten:
Mit Hilfe der Ausdehnungskarten lassen sich betroffene Bereiche und Objekte im Ereignisfall identifizieren.

(2) Überflutungstiefenkarten:
Die Überflutungstiefen zeigen die möglichen Eintrittswege Wassers in die Gebäude an.

(3) Fließgeschwindigkeiten und –richtungen:
Je höher die Fließgeschwindigkeit, umso größer wirken sich dynamische Strömungskräfte auf Gebäude und Menschen aus.

Versicherung gegen Hochwasserschäden

Hochwasserschäden können leicht Dimensionen annehmen, die ein durchschnittlicher Hauseigentümer nicht mehr bewältigen kann. Das betrifft sowohl hochwassererfahrene als auch –unerfahrene Personen. Auch bei guter Vorsorge kann eine solche Katastrophe eintreten. Gegen unvermeidliche Schäden gibt es zur weitergehenden Vorsorge die Möglichkeit, sich zu versichern. Die Versicherungsunternehmen bieten in Ergänzung zur Wohngebäude- und Hausratversicherung eine sogenannte Elementarschadenversicherung an, die gegen die naturgefahren Hochwasser, Sturm, Hagel, Starkregen und einige mehr Versicherungsschutz bieten. Wir empfehlen dringend den Abschluss einer Elementarschadenversicherung.


Weitere Informationen rund um das Thema Elementarschäden finden Sie unter
https://www.service-bw.de/lebenslage
unter der Rubrik „Sicherheit und Gefahrenabwehr“,
sowie auf der Homepage der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.
https://www.verbraucherzentrale-bawue.de/versicherung

Sprechen Sie mit Ihrem Versicherer über Möglichkeiten wie Sie sich versichern und wie Sie den Schutz Ihres Hauses/Ihrer Liegenschaft durch besondere Maßnahmen verbessern können.

Wetterwarnungen und Vorhersagen:

Verfolgen Sie die aktuellen Wettermeldungen und Hochwasserwarnungen. Informieren Sie Mitbewohner und Nachbarn.
Nachfolgend sind einige Exemplarische Informationsportale genannt:

- Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg
www.hvz-baden-wuerttemberg.de

- Wetterwarnungen
www.dwd.de
www.unwetterzentrale.de

Beratung und Hintergrundinformationen:

Weiter Informationen und Publikationen zum Thema Hochwasserschutz erhalten Sie auch über die Homepage des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen.
www.bmvi.de
https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/wasser/starkregen
 
Hinsichtlich individueller technischer Beratung zur Verbesserung des Überflutungsschutzes ihrer Anwesen/ Liegenschaften wenden sie sich an Architekten und Fachingenieure ihres Vertrauens oder entsprechend ausgebildete Fachhandwerksbetriebe. Architekten, Fachingenieur- oder Fachhandwerkerlisten sind z.B. über die jeweiligen Kammerorganisationen abzurufen.
https://www.akbw.de
https://www.ingkbw.de
https://www.handwerk-bw.de/handwerk-in-bw/handwerksorganisationen/handwerkskammern