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Geschichte

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Teningen

"Deninga" wird erstmals 972 als Besitzort des Klosters Einsiedeln (bei Zürich) erwähnt. Offenbar gehörte der Ort zu dem Breisgauer Gut, das König Otto I. schon 952 dem hoch- verräterischen Grafen Guntram entzogen und dem loyalen Kloster übereignet hatte. Wie bei Köndringen und Bottingen macht auch hier der -ingen-Name eine alemannische Gründung im 5. / 6. Jahrhundert sicher.

Im 11./12. Jahrhundert gehörte Teningen zu den Kernorten der gräflich nimburgischen Herrschaft. Um 1120 ist ein Ortsadel bezeugt, der sich außer an die Grafen auch an die Herzöge von Zähringen enger angeschlossen hatte. Anscheinend ging Teningen - wie Nimburg - nach 1250 als Straßburger Lehen an die Grafen von Freiburg über. In deren Auseinandersetzungen mit ihrer Stadt brannten 1306 Freiburger Bürger Teningen nieder.

1356 erscheinen die Markgrafen von Hachberg als Ortsherren. Von ihnen kam Teningen 1415 durch Kauf an die Markgrafen von Baden, in deren Territorialverband das Dorf seither verblieb, und die zur Aufbewahrung der ihnen zustehenden Zehntabgaben die Zehntscheuer erbauten. Nach der Reformation 1556 hat sich die heutige evangelische Kirche Teningen als einzige von zwei mittelalterlichen Kirchen im Dorf erhalten.
 

Der 30-jährige Krieg und die folgenden Kriegszeiten des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts brachte - wie überall in der Region - für Bevölkerung und Wirtschaft einen schweren Rückschlag. Einen Aufschwung erlebte Teningen erst wieder im 18. Jahrhundert durch den Hanfanbau, in dem es sich zu einem Hauptproduzenten entwickelte. Vom dadurch bewirkten Wohlstand der Gemeinde und einiger bäuerlicher Familien zeugen die sehenswerten Gebäude am Rathausplatz oder das Heimatmuseum Menton. Bei der Bildung des Großherzogtums Baden (1806) gehörte der Ort als altbadische Gemeinde zum Kernbestand des Oberamtes Emmendingen.

Die Bedeutung des Hanf- und des Tabakanbaus ließ Anfang unseres Jahrhunderts mit der einsetzenden Industrialisierung nach. Schon 1771 hatte es in Teningen eine Hammerschmiede gegeben, aus der das Eisen- und Hammerwerk und die Maschinenfabrik hervorgingen. Teningen wurde zum Vorreiter der Industrialisierung im Kreis Emmendingen und ist heute die zweitgrößte Industriegemeinde im Landkreis. 1913 siedelte sich das Aluminiumwerk Tscheulin an, 1932 kam die Frankfurter Kondensatorenfabrik FRAKO hinzu. Eine rasche Veränderung der Wirtschafts- und Bevölkerungsstruktur, vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg, als in der Gemeinde auch viele grundlegende Infrastrukturmaßnahmen durchgeführt wurden, war die Folge.


Köndringen

"Chuniringa" erscheint in einer gefälschten, aber hinsichtlich der Namensnennung glaubhaften Urkunde des Klosters Murbach, die auf 977 rückdatiert ist. Die "ingen"-Form des Ortsnamens verweist auf alemannische Besiedlung im 5. / 6. Jahrhunder. Einzelne archäologische Funde im Ortsbereich sind Zeugnisse weit älterer, über die römische bis in vorgeschichtliche Zeit zurückreichende Besiedlung.

Freiadelige Herren "von Köndringen" sind von 1111 bis 1150 bezeugt. Sie bewegten sich im Umkreis der Herzöge von Zähringen und der Grafen von Nimburg - mit denen sie vielleicht verwandt waren - und genossen ein hohes Prestige. Als Herrensitz diente eine Burg südöstlich des Dorfes (Gewann "Bürgle"). Im späten 12. Jh. saßen dort ritterliche Dienstleute "von Köndringen" der Grafen von Nimburg. Im 13. und 14. Jahrhundert haben vielleicht die Herren von Geroldseck Herrschaftsrechte wahr genommen. Sie waren bis 1300 Herren der Burg Landeck und zudem Vögte des in Köndringen begüterten Klosters Schuttern, das 1136 auch als Besitzer der Pfarrkirche St. Martin, der heutigen evangelischen Kirche Köndringen , bezeugt ist.

Die Snewlin von Landeck als vorderösterreichische Ritterstandsmitglieder besaßen seit ca. 1428 die Ortsherrschaft. Sie gelangte von ihnen nach und nach, endgültig 1538, an die Markgrafen von Baden. Mit der Markgrafschaft wurde Köndringen 1556 evangelisch. Es hatte in den fast permanenten Kriegszeiten des 17. und frühen 18. Jahrhunderts, besonders im 30-jährigen Krieg 1618 bis 1648. Unter Heimatforschern ist umstritten, ob die "Kirchturm-Episode" in Grimmelshausens "Simplizissimus" sich real in Köndringen oder im südlicher gelegenen Denzlingen abgespielt hat.

Die Dorfgemeinde Köndringen, von der sich als eindrucksvolles Zeugnis ein "Stubenwirtshaus" (später: Gasthaus "Rebstock") aus dem 16. Jahrhundert erhalten hat, gehörte mit Heimbach, Malterdingen und Mundingen bis 1787 zur Genossenschaft des "Vierdörferwaldes", deren Gerichtszentrum der Hermannsbrunnen war.

Nach der Bildung des Großherzogtums Baden am Anfang des 19. Jahrhunderts gehörte das von Weinbau und Landwirtschaft geprägte Köndringen als altbadische Gemeinde zum Kernbestand des Oberamtes Emmendingen.


Landeck

Die Burg Landeck wurde um 1250/60 im Auftrag der Herren von Geroldseck, der Vögte des Klosters Schuttern, erbaut. Sie sollte wohl den regionalen politischen Interessen dieser Familie wie auch dem Schutz des Klosterbesitzes in Heimbach, Köndringen und Mundingen / Wöpplinsberg dienen. Lage, Größe, Rechte und Bedeutung eines im 13. und frühen 14. Jahrhunderts bei der Burg bestehenden sogenannten "Städtleins" sind noch ungeklärt. Eine oberhalb von Landeck im Vierdörferwald gelegene Kleinsiedlung "Aspan" ("bei den Espen") ist anscheinend im 15. Jahrhundert abgegangen.

Im Gefolge von Geroldsecker Familienstreitigkeiten gelang es im Jahre 1300 dem Freiburger Ritter Johann Snewlin, die Burg zu erwerben; so begründete sich der Familienzweig (Snewlin) von Landeck. Bastian von Landeck verkaufte 1511 seinen Teil der Burg zusammen mit einem Teil von Köndringen an Markgraf Christoph von Baden. 1525 wurde sie von aufständischen Bauern stark beschädigt. Obwohl Markgraf Ernst 1538 auch ihren zweiten Teil erwarb, wurde die Burg nicht wieder aufgebaut und verfiel.

Der kleine Wohnort Landeck und seine Bewohner blieben in der Folgezeit mit Köndringen in einer Gemeinde vereinigt; ihre Interessen wurden von einem ständigen Gerichtsmitglied als "Stabhalter" wahrgenommen.


Nimburg

"Niwnburch" mit seiner Kirche wird vielleicht 977 erstmals erwähnt (vgl. Köndringen). Letzte archäologische Untersuchungen haben Anzeichen für römische Besiedlung nahe der Bergkirche ergeben. 1052 übergab der Adlige Hesso seiner Kirchenstiftung im benachbarten Eichstetten ein Gut in "Nuemburc". Als sein Sohn gilt Erlewin von "Niumborch", der Begründer des Nimburger Grafenhauses. Dessen südlich unmittelbar über dem Dorf gelegene Burg ist heute bis auf Geländeformen - Halsgraben im Süden - verschwunden. Der regelmäßige Straßengrundriss im Dorfkern lässt vermuten, dass der Ort um 1100 von seinem ursprünglichen Platz bei der abseits stehenden Bergkirche zur Burg hin verlegt worden ist.

Die Grafen von Nimburg bauten im nördlichen Breisgau eine Herrschaft auf, zu der neben Nimburg und Bottingen weitere Ortschaften - darunter Teningen und vielleicht auch Köndringen - sowie die Vogtei über die Klöster Sölden und St. Ulrich gehörten. Nach dem Aussterben der Grafen um 1200 setzte sich in einem langdauernde Erbschaftsstreit letztlich, 1245, das Bistum Straßburg als Nachfolger durch. Als Straßburger Lehen besaßen seit 1262 die Grafen von Freiburg, seit 1368 die Grafen von Tübingen auf Burg Lichteneck die Nimburger Herrschaft. Von diesen erwarb 1465 Markgraf Karl I. von Baden die gemeindlich vereinigten Dörfer Nimburg und Bottingen und gliederte sie seinem Amt Hachberg (Hochburg bei Emmendingen) ein. Beide Orte gehörten folglich zum "altbadischen" Bestand des 1806 errichteten Großherzogtums Baden.

Bereits 1456 hatte Markgraf Karl I. dem Antoniterorden den Bau eines Ordenshauses mit Hospital südlich der Bergkirche gestattet. Kurz bevor Nimburg 1556 evangelisch wurde, verließen die Antoniter den Ort. Ihr "Kloster" wurde als landesherrliches Kranken- und Altenspital weiter verwendet, im 30-jährigen Krieg (1631) aber weitgehend zerstört. Nach 1648 errichtete der Fiskus dort ein Meiergut, dessen Gebäude um 1850 endgültig abgetragen wurden.


Bottingen

Die Endung des Ortsnamens weist auf eine Gründung des heutigen Ortes im 5. / 6. Jahrhunderts durch alemannische Siedler hin. Vorher gab es - archäologischen Funden zufolge - auf der Gemarkung römische Gutshöfe (villae). Erwähnungen Bottingens in St. Galler Urkunden des 8. Jahrhunderts sind zweifelhaft; zuverlässig schriftlich erwähnt ist der Ort 1209 als Besitzschwerpunkt des Klosters Tennenbach bei Emmendingen, dem hier bis ins 18. Jh. zwei Höfe gehörten.

Sicher ist, dass Bottingen im ausgehenden 11. und im 12. Jahrhundert zur Herrschaft der Grafen von Nimburg gehörte. Spätestens im 13. Jahrhundert wurde es dem benachbarten Herrschaftssitz Nimburg angeschlossen, mit dem es in der Folgezeit eine Gemeinde bildete und dessen politisches Schicksal unter den Grafen von Freiburg, den Grafen von Tübingen-Lichteneck und - seit 1465 - den Markgrafen von Baden es teilte.

Auch kirchlich gehörte der kleine Ort früh zu Nimburg. Eine dem heiligen German geweihte, heute abgegangene Kapelle, über die kaum Nachrichten vorliegen, stand auf einem von Süden gegen das Dorf vorspringenden Hügel.


Heimbach

Im Zusammenhang mit Besitz des Klosters St. Gallen kommt 759 und 817 der Name Heimbach vor. Dafür, dass er sich auf unseren Ort beziehen lässt, spricht die Existenz einer St. Gallus-Kirche im Nordwestbereich des alten Dorfkerns, die 1810 abgebrochen wurde. Auf Veranlassung des Ortenau-Klosters Schuttern, das spätestens 1168 in Heimbach Besitz hatte, entstand im 14. Jahrhundert eine Marien-Kirche als Filiale der Kirche in Köndringen, der Vorläufer der heutigen Pfarrkirche St. Gallus. Sie hatte 1505 die Pfarrechte der Galluskirche erhalten und nach ihrem Neubau 1774 - 77 auch deren Patrozinium.

Seit dem Mittelalter war Heimbach mit den Nachbarorten Köndringen, Malterdingen und Mundingen am "Vierdörferwald" berechtigt, einer großen Waldallmend in den Schwarzwald-Vorbergen. Die gemeinschaftliche Nutzung für Holzversorgung und Weide wurde geregelt durch das alljährliche "Waldgericht" am Hermannsbrunnen. Häufige Streitigkeiten führten zur Aufteilung des Vierdörferwaldes 1787.

Im Heimbacher Waldanteil befinden sich die als Kultur- und Naturdenkmal sehenswerten Steinbrüche. Sie sind der Überrest einer ins Mittelalter zurückreichenden Heimbacher Steinhauertradition.

Bis 1527 war in Heimbach das Kloster Schuttern "Teilherr". Die zweite Ortsherrschaft hatten um 1279 die Markgrafen von Hachberg inne, seit 1415 die Markgrafen von Baden. Etwas später treten vorderösterreichische Standesherren als alleinige Ortsherren auf, so etwa 1482 Caspar Gebel, 1505 Bastian von Landeck, 1527 bis 1582 die Stürtzel von Buchheim oder - seit ca. 1700 - die Familie Duminique, auf die das "neue Schloß" zurückgeht. Die bis 1805 andauernde Zugehörigkeit zum habsburgischen Vorderösterreich bewirkte, dass in Heimbach - anders als in den übrigen Teninger Ortsteilen - die Reformation nicht durchgeführt wurde.

Nach Aufhebung der adligen Herrschaftsrechte im Großherzogtum Baden kam das Dorf 1813 zum Oberamt Emmendingen.